Disaster Recovery

Die Verantwortung für Disaster Recovery für Azure App Service verschiebt sich

Ein Grund, warum sich Firmen für die Cloud entscheiden, ist, dass sie Verantwortung an die Dienstanbieter abgeben können. So war es mit der Disaster Recovery für Azure App Service Web Applications, jedoch verschiebt sich diese Verantwortung ab dem 31. März 2025 zu Ihnen.

Wer ist betroffen?

Falls Sie folgende Fragen mit “Ja” beantworten können, sollten Sie weiterlesen:

Was bedeutet die Änderung?

Bis zum 31. März 2025 wurde bei Ausfall einer Region die Applikation in einen Disaster Recovery Modus versetzt und in einer anderen Region temporär zur Verfügung gestellt. Dies schützte Kunden vor Datenverlust und sicherte die Businesskontinuität. Diese Verantwortung liegt nun bei Ihnen. Mit dieser Verantwortung stellt sich nun die Frage, wie weiter vorzugehen ist.

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Wie auf die Änderung reagieren?

1. Kritische Komponenten und Workloads identifizieren

Bei dieser Änderung liegt der Fokus nur auf Azure App Service. Ein System besteht jedoch aus mehr als nur Azure App Service; meistens sind noch andere Dienste betroffen, die in der gleichen Region laufen und ebenfalls von einem Ausfall betroffen wären (z.B. Datenbanken). Daher empfiehlt es sich, für die Disaster Recovery Strategie das System als Ganzes zu betrachten.
Falls Sie sich interessieren, wie Sie bei diesem Schritt vorgehen sollten können Sie hier noch mehr dazu lesen.

2. Disaster Recovery Strategie entwickeln und umsetzen

Abhängig von den Anforderungen eine geeignete Disaster Recovery Strategie auswählen und umsetzen.

3. Disaster Recovery Strategie testen und trainieren

Durch Simulationen von Ausfällen wird die Strategie getestet und das Team lernt, mit solchen Situationen umzugehen und besser zu werden.

Mögliche Ansätze für Disaster Recovery Strategie

Zonen-Redundanz

Je nach Anforderungen reicht eventuell schon eine zonen-redundante Verfügbarkeit. Bei diesem Feature von Azure App Service werden bei Ausfall einer Zone die Anfragen automatisch auf eine andere Zone umgeleitet. Voraussetzung hierfür ist der Einsatz von mindestens einem Premium v3 App Service Plan und mindestens eine Instanz pro Zone, also insgesamt drei Instanzen. Microsoft empfiehlt für Produktionsumgebungen dieses Feature zu aktivieren. Damit erhalten Sie eine SLA von 99,99% (Ausfallzeit von weniger als 1h pro Jahr). Ohne Zonen-Redundanz liegt diese bei mindestens 99,95% (entspricht einem Ausfall von ca. 4,4h pro Jahr).

Active-Passive Configuration oder Active-Active Configuration

Reicht das jedoch nicht aus, können mehrere Regionen sinnvoll sein. Dies kann zum Beispiel mittels Active-Passive Configuration oder Active-Active Configuration geschehen. Damit wird die Applikation in zwei Regionen zur Verfügung gestellt. Während bei der Active-Active Configuration beide Regionen aktiv Anfragen annehmen und bearbeiten, ist bei der Active-Passive Configuration nur eine aktiv, und die zweite ist im Standby-Modus und kommt erst bei Ausfall der Primärregion zum Einsatz.

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Was sind nun die Tradeoffs?

Mit der höheren Verfügbarkeit kommen viele Vorteile, jedoch muss man auch gewisse Kompromisse gegenüber anderen Qualitätsanforderungen eingehen. Auf Basis von Well Architected Framework lassen sich folgende ableiten:

Security

Kosteneffizienz & Nachhaltigkeit

Operational Excellence

Performance Efficiency

Die hohe Verfügbarkeit kann jedoch auch einen positiven Einfluss haben. Die Last kann besser verteilt werden und bei geografischer Verteilung zu geringeren Latenzzeiten führen.

Sie möchten sich mit einem Experten zu dem Thema oder generell über Cloud Services austauschen? Shpend Kelmendi freut sich auf Ihre Nachricht.

Portrait Shpend Kelmendi
Der Experte

Shpend Kelmendi

Shpend Kelmendi ist Software Engineer mit Schwerpunkt im Cloud- und Web-Bereich und Cloud-Community-Lead. In dieser Funktion setzt er vor allem auf offene Kommunikation, Teamarbeit sowie auf die Entwicklung einfacher, qualitativ nachhaltiger und kundenorientierter Lösungen.
Senior Software-Ingenieur .NET
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