Blogserie «Anforderungen an moderne KI-Infrastruktur» – Teil 3

Wie Sie unkontrollierbare KI-Kosten planbar machen

Dieser Beitrag ist Teil unserer achtteiligen Serie über die technischen Anforderungen an eine zukunftssichere KI-Infrastruktur. Nach Teil 1 («Was KI-Infrastruktur wirklich bedeutet») und Teil 2 («Vendor Lock-in vermeiden mit dem LLM-Gateway») widmen wir uns nun einer der zentralen Herausforderungen jeder KI-Einführung: den Kosten.

Die Kosten für generative KI sind dynamisch und token-basiert. Jeder zusätzliche Satz im Kontext, jede komplexere Anfrage treibt die Rechnung in die Höhe. Ohne zentrale Steuerung droht die Kostenexplosion. Führungskräfte müssen jetzt Mechanismen für planbare KI-Budgets etablieren.

Die Einführung von KI-Anwendungen bringt eine neue, unberechenbare Kostenart mit sich. Anders als bei traditioneller Softwarelizenzierung zahlen Sie «per Nutzung», genauer gesagt, «per Token». Dieses Modell birgt erhebliche finanzielle Risiken:

Für ein Unternehmen ist es nicht tragbar, nicht zu wissen, welche Kosten am Monatsende anfallen. Es braucht harte Limits und ein zentrales Monitoring.

KI-Beratung für Unternehmen

Strategien und Lösungen

KI-Beratung für KMU

Von der Strategie bis zur Umsetzung: Unsere KI-Beratung unterstützt Ihr Unternehmen mit passgenauen AI-Lösungen.

Die Lösung: Der LLM-Gateway als «Wasserzähler»

Die gute Nachricht: Die Lösung für dieses Problem ist dieselbe Komponente, die wir bereits für die strategische Unabhängigkeit benötigen. Der LLM-Gateway, wie in Teil 2 zur Vermeidung von Vendor Lock-in beschrieben, ist der zentrale «Check-in» für alle KI-Anfragen.

Da jede Anfrage durch diesen zentralen Punkt fliessen muss, kann der Gateway als präziser «Wasserzähler» (oder besser: Token-Zähler) fungieren. Ein LLM-Gateway, der für Kostenkontrolle konfiguriert ist, übernimmt folgende Aufgaben:

  1. Metering (Messen): Er zählt mit, wie viele Tokens (Input und Output) von welchem Use Case, welchem Team oder sogar welchem einzelnen Benutzer verbraucht wurden.
  2. Budgets & Quoten (Limits): Sie können harte Limits definieren. Zum Beispiel: «Das Marketing-Team darf diesen Monat maximal CHF 500 für gpt-4o ausgeben.» oder «Der externe Support-Bot darf maximal 1.000 Anfragen pro Stunde verarbeiten (Rate Limiting).»
  3. Enforcement (Durchsetzung): Ist das Budget erreicht, blockiert der Gateway weitere Anfragen an das teure Modell, bevor die Kosten entstehen. Die Anfrage wird nicht mehr an Google oder OpenAI weitergeleitet.
  4. Routing (Steuerung): Der Gateway kann Anfragen intelligent steuern. Wenn das Budget für das teure «thinking-large»-Modell aufgebraucht ist, leitet er Anfragen automatisch auf ein günstigeres, wenn auch weniger performantes «thinking-small»-Modell um.

Praxis-Beispiel: Frameworks für die Kostenkontrolle

Sie müssen diese Funktionalität nicht von Grund auf neu erfinden. Etablierte Gateway-Lösungen bieten diese Features «out-of-the-box».

Durch die Zentralisierung über einen Gateway, wie in unserem KI-Infrastruktur-Blueprint vorgesehen, wird die Kostenkontrolle zu einer administrativen Aufgabe und ist kein undurchschaubares Risiko mehr.

3D-Bild zu Generative AI

Exklusiv für CEOs und GL: Sichern Sie Ihre Compliance und minimieren Sie KI-Risiken

Compliance-Falle KI? Als CEO oder GL-Mitglied tragen Sie die Verantwortung. Dieser exklusive Kurs deckt Compliance-Anforderungen im Umgang mit KI auf.

FAQ KI Infrastruktur

Reicht es nicht, die Budgets direkt beim Anbieter (z.B. Azure) einzustellen?
Das ist ein Anfang, aber nicht ausreichend. Die Budgets beim Anbieter sind oft nicht granular genug (z.B. nicht pro Endnutzer oder Team). Vor allem aber können Sie nicht intelligent reagieren. Ein Gateway kann bei Erreichen des Limits auf ein günstigeres Modell umschalten (Fallback) – ein reines Anbieter-Limit schaltet einfach nur ab.

Wie integriert sich das mit Active Directory oder Benutzergruppen?
Moderne LLM-Gateways bieten Mechanismen zur Benutzerauthentifizierung. Sie können API-Keys an Teams oder Abteilungen (z.B. via Active Directory-Gruppen) vergeben und die Budgets an diese Keys knüpfen. So wird eine verursachergerechte Abrechnung und Limitierung möglich.

Was ist wichtiger: Vendor Lock-in (Teil 2) oder Kostenkontrolle (Teil 3)?
Beides sind Funktionen derselben Infrastruktur-Komponente. Strategisch ist die Vermeidung des Vendor Lock-in (Teil 2) wichtiger. Finanziell ist die sofortige Kostenkontrolle (Teil 3) für das Management oft der dringendere Schmerzpunkt. Ein guter Gateway löst beides gleichzeitig.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Data protection and cybersecurity concept with businessman holding hologram icon of secure personal information, digital privacy policy, and confidential identity management
Symbolbild KI Transparenz
Update Text Written on Speech Bubble
Symbolbild automatisierte ingestion Pipelines
Marius Högger Portrait
Der Experte

Marius Högger

Marius Högger vereint als AI Engineer und AI Consultant bei bbv umfassendes Fachwissen in Künstlicher Intelligenz mit einem ausgeprägten Blick für innovative Geschäftspotenziale. Im KI-Team von bbv entwickelt er fortschrittliche KI-Applikationen und integriert Unternehmensdaten gezielt in KI-Modelle, um Kunden wertvolle Erkenntnisse und nachhaltige Effizienzsteigerungen zu ermöglichen.

Unser Wissen im Abo

Attention!

Sorry, so far we got only content in English for this section.

Achtung!

Entschuldigung, bisher haben wir für diesen Abschnitt nur deutschsprachige Inhalte.